Wow, jetzt ist schon wieder Februar. Unglaublich, wie schnell die vier Wochen in der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen vergangen sind. Station Haus D war mein Einsatzort für diese Zeit. Dort hatte ich mit Junkies zu tun, die sich dafür entschieden haben, zu entgiften. Aber das muss gesagt werden: Die meisten waren dort nicht zum ersten Mal. Ich war erstaunt darüber wie viele Entgiftungen manche schon gemacht haben und doch sind sie wieder rückfällig geworden sind. Ich suchte nach den Gründen und unterhielt mich über eine gute Stunde bei einem Schneespaziergang durch das durchaus schöne Gelände der Klinik, mit einer Patientin. Das weibliche Geschlecht war übrigens Rarität auf der Station. Ich hatte geglaubt, sie würde das durchhalten. Doch sie zeigte mir das Gegenteil. Kaum war der Monatsanfang in Sicht, brach sie ab. Und sie war nicht die Einzige. Es gab ja wieder Geld und somit ist die Sucht wohl größer als der Verstand – oder der Wille durchzuhalten.
Gestern war also mein letzter Arbeitstag. Mit gemischten Gefühlen verließ ich Haus D. Das Pflegepersonal war so freundlich und Spaß hatte ich dort enorm. Andererseits bin ich aber dennoch froh, dass ich ab sofort keinen Arbeitsweg von 60 Km mehr habe.
Tja, Tag X. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Tag so schnell herbei eilen würde. Ich weiß noch nicht, was ich an diesem jenen Tag fühlen werde, wie es mir dann geht. Aber das sehe ich dann. Keine 14 Tage mehr und unser Leben hätte sich von jetzt auf gleich enorm verändert. Das Fragen nach dem Warum habe ich längst aufgegeben. Das Leben ist einfach ungerecht. Diejenigen, die etwas von Herzen wollen, den wird dieses Leben genommen – und andere – ja, da fehlen mir die Worte. Wie sagt man so schön? Das Glück ist mit den Dummen. Mich macht diese Ungerechtigkeit einfach wütend. Und auch die Ignoranz mancher. Eines steht jedoch fest: M. hat ein Andenken verdient. Und sie wird es bekommen. Bald.
