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Wenn man nachts arbeiten geht

April 21, 2010

Nun ist es auch endlich bei mir so weit. Nachtdienst. Um ehrlich zu sein, hatte ich irgendwie eine komplett andere Vorstellung, was das Nachtwachen überhaupt bedeutet. Aber wahrscheinlich liegt es daran, weil der Tagdienst hauptsächlich aus Blutdruck- und Pulsmessen und ständige Temperaturkontrollen besteht. Nicht zu vergessen den Blutzucker!

Ich hatte schon irgendwie Bammel davor, weil ich es absolut nicht leiden kann, schlafende Menschen zu wecken! Lieber setz ich am späten Nachmittag nochmal Wasser oder Kaffee auf, als die Patienten für ihren „Nachmittagstee“ um 13:30 Uhr zu wecken, wenn sie doch so schön schlummern. Schließlich weiß ich von mir, wie durcheinander ich bin, wenn man mich mittags wecken würde und wie scheiße es einem dabei geht, gar nicht auszudenken!

Jedenfalls ist der Nachtdienst anders. Viel entspannter, ruhiger. Naja, ich muss ja schon dazu sagen, dass letzte Woche absolut nichts los war. So saßen wir von 24 Uhr bis 5 Uhr morgens auf unseren vier Buchstaben, bis wir endlich losziehen konnten um die Katheterbeutel zu leeren und die Ein- und Ausfuhrpläne auszuteilen. Ach ja und natürlich die 6:00 Antibiosen.

Was mich faziniert hat, ist, wie kurz die Zeit zwischen einem Spät- und Frühdienst eigentlich ist. Das merkt man irgendwie auch nur, wenn ein Kollege dir die Übergabe zur Nacht gibt und dann früh morgens wieder da sitzt und auf deine Übergabe an ihn wartet und du dich fragst: War der überhaupt weg? Verrückt, 10 Stunden sind nicht viel. Zumindest nicht auf Arbeit. Und wie müde die Frühdienstler alle aussehen 😀 Jetzt weiß ich auch, wie fertig ich morgens wohl immer aussehen mag, wenn ich zum Frühdienst erscheine 😉

Und ich liebe diese Ruhe. Die meisten Patienten schlafen und du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du dich dann doch ne Gute 3/4 Stunde mit einer Patientin verquatschst. Niedlich ist auch, wie sie alle nachts flüstern, obwohl die Zimmernachbarin auch schon wach ist und man eigentlich in normaler Lautstärke kommunizieren könnte…


So schön wie das alles klingen mag. Ein Nachteil hat der Nachtdienst allerdings auch: Ich kann mit meinem Liebsten nicht gemeinsam ins Bett gehen 😦 Uns bleiben morgens gerade mal 30 Minuten, die wir zusammen im Bett verbringen, ehe er aufstehen muss.

Naja 2 Nächte noch, dann ist langes Wochenende 🙂

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