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Es geht auch anders

April 28, 2010

Ach ja, da habe ich gerade noch rumposaunt wie schön der Nachtdienst ist. Von wegen man sitzt hauptsächlich rum und wartet bis es endlich mal wieder klingelt.

Da hat mich die Donnerstagnacht eines Besseren belehrt. Wir saßen nicht einmal und konnten keine kleine Mahlzeit, geschweige denn einen warmen Tee  zu uns nehmen. Ein Schluck Wasser hätte es auch getan – aber nein, nicht mal der war drin.

Zugänge wo man nur hinschaut. Ein gynäkologisches Konsil, das Assistenz erfordert hat, um 21 Uhr. Ein weiterer Zugang mit Monitorüberwachung der alle 30 Sekunden Alarm gegeben hat und dann auch noch leider ein Todesfall, den es zu versorgen galt. Und zwischendrin versucht man noch die Klingel abzuarbeiten, durchzugehen, Tabletten zu stellen, Kurven auszuarbeiten, Essenskarten zu schreiben uuuuund nichts zu vergessen!

Eines steht fest. Ich bin nicht sehr gerne nachts oder früh morgens, je nachdem wie man es nimmt, um 4 Uhr im „Ex-Keller“. Und keine Sorge, dort trifft man nicht irgendwelche Exfreunde oder Exfreundinnen. Nein. Dies ist die Kühlkammer des Hauses. Noch gruseliger finde ich es, wenn man diesen Raum betritt und einem als erstes eine blutverschmierte Wanne anspringt und zudem auch noch die Tür zum Sektionsraum aufsteht und der Boden noch nass ist.

Nein, das war keineswegs schön. Ich weiß nicht warum ich da innerlich so eine Blockade hatte, aber Sandra machte das Licht schon aus und ich hätte im Dunkeln in den Raum gehen müssen um die Tür zu schließen. Die blutverschmierte Wanne erhielt hier ihre besondere Aufmerksamkeit. Ich nahm den ersten Anlauf, setzte einen Schritt in den Raum, aber ich konnte nicht. Auch der zweite Anlauf war vergebens. Ich musste das Licht einfach wieder anmachen. Eigentlich quatsch, denn die Menschen die dort liegen, sind alle samt definitiv tot.

Wobei ich mir manchmal auch nicht so sicher bin. Das Bett der verstorbenen Person nahmen wir wieder mit auf Station, da dort eine Antidekubitusmatratze platziert war. Damit die ganze Luft aus den Kammern entweichen konnte, musste ich das Bettgestell ganz gerade stellen. Für die, die es sich nicht vorstellen können heißt das: Kopfteil runter! Einige Zeit später, als ich an diesem Bett vorbeigekommen bin, staunte ich nicht schlecht. Das Kopfteil war wieder oben. Fragezeichen lagen in der Luft. Ich stellte das Kopfteil erneut runter. Hätte ja sein können, dass Kathrin es wieder hochgestellt hat. Warum auch immer. Aber nein. Ich konnte dabei zusehen wie das Kopfteil peu à peu immer wieder nach oben gewandert ist. Gruselig!

Ich sags euch. Das war eine Nacht. Hatte zum Glück danach 4 tage frei zum erholen..aber die sind leider auch schon wieder vorbei 😦

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