Archive for the ‘at work’ Category

h1

Berufsstart

Oktober 9, 2010

Jetzt sitz ich hier an meinem ersten freien Wochenende mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht. Ja, eigentlich muss ich schmunzeln. Wie gut wir das alles hinbekommen haben. Viele Tränen hatte ich anfangs vergossen. Es war unklar, wie wir das alles schaffen sollen. Aber wir haben alles richtig gemacht. Ausgelernt. Endlich wieder schwanger. Nicht arbeitslos. Nein. Im Gegenteil.

Ich habe gerade die erste Woche als frisch Examinierte hinter mir. Es gefällt mir sehr sehr gut. Auch wenn man anfangs natürlich noch etwas auf dem Schlauch steht. Neues Krankenhaus. Neue Systeme. Keine Patientenakten in Papierform mehr. Kein lästiges Essenskarten ausfüllen. Es gibt Menüassistenten. Kein blödes BZ-Messen oder BGA-Abnehmen. Das machen die Herrschaften aus dem Labor selbst. Keine quälenden Laborgänge. Dafür gibts die „Rohr-Post“. Ein Rohrsystem, das durchs ganze Haus führt und man selbst ganz bequem vom eigenen Dienstzimmer Blutproben etc. ins Labor „runter bomben“ kann. Für mich eine ganz neue Abteilung. In meiner Ausbildung selbst habe ich nur zwei Wochen auf einer gynäkologischen Station gearbeitet. Das Gebiet liegt mir aber. Nun bin ich auf der Geburtshilfe stationiert. Ein Volltreffer.

Und der Arbeitsweg von 50 km pro Strecke macht mir nichts aus. Ich geh dort gerne hin zum Arbeiten. Denn so vergeht die Zeit auch schneller. Die Zeit, bis zum Mutterschutz. Die Zeit, bis wir endlich zu dritt sind.

Du hast immer gesagt: Alles wird gut. Heute kann ich dir diese Aussage zu 100% glauben. Denn ich weiß: Alles ist gut. Und alles wird noch besser.

Da kann auch nichts und niemand etwas daran ändern. Nicht mal sie, auf ihre heuchlerische Art. Es ist vorbei. Für immer. Und es geht sie gar nichts an. Aber: „da kommt sie auch noch hin“. Bestimmt.

Ein schönes Wochenende.

Herzlichst.

Advertisements
h1

Darf ich mich vorstellen? Schwester Inga, angenehm.

September 24, 2010

Alles hatte am 1.10.2007 angefangen. Nur zu gut erinner ich mich an unseren „ersten Schultag“. Viele neue Gesichter, neue Informationen. Es war alles so aufregend. Dann am 12.11.2007 der erste Tag auf Station. Meine Jüngstenstation war die Neurochirurgie. Was ich heute, nach den drei Jahren schade finde. Denn, wenn man eine Ausbildung beginnt, hat man bekanntlich noch kein allzu großes Hintergrundwissen und der Bereich der Neurochirurgie ist wirklich interessant. Heute wüsste ich genau, wie man mit den dort schweren Krankheitsbildern umgeht. Damals wusste ich es nicht. Woher denn auch? In einer 13-Jährigen Schulausbildung behandelt man im Biologieunterricht grundsätzlich andere Dinge, als die Krankheitslehre des Menschen.

Anfangs war ich mir nicht sicher, ob Gesundheits- und Krankenpflegerin der richtige Beruf für mich sei. Andere aus meinem Kurs sahen es eher als Berufung. Ich war nicht mit vollem Elan dabei. Habe ab und zu überlegt, die Ausbildung vorzeitig zu beenden. Im März 2008 stand dann die erste Prüfung vor der Tür. Die Probezeitprüfung. Dort mussten wir einen praktischen, einen schriftlichen und einen mündlichen Teil ablegen. Leider gehörte ich zu den zwei Personen, die ihren praktischen Teil wiederholen mussten. Und auch erinner ich mich an die Person, die mein erstes Durchfallen mit lauter Schadenfreude betrachtet hat. Es gleich via Internetplattformen verbreiten musste. Ich bestand meinen zweiten Anlauf und kam dann zu folgendem Ergebnis:

  • mündlich:        3
  • schriftlich:      1
  • praktisch:        4

Nicht gerade atemberaubend, geb ich ja zu. Im Laufe der Ausbildung war man auf den verschiedensten Stationen eingesetzt und mit jeder weiteren Unterrichtsstunde wuchs mein Interesse an diesem Beruf. Ich verstand worum es geht. Sah das Wohl des Patienten nun stets im Mittelpunkt und gab alles um den Patienten in seinem Genesungsprozess zu unterstützen bzw. ihn beim Sterben zu begleiten. Wichtig ist es, auf die Bedürfnisse des Patienten einzugehen.

Im November 2009 habe ich mein absolutes Fachgebiet entdeckt. Die Neurologie. Auch wenn neurologische Patienten meistens unheilbar krank sind, konnte man doch immer wieder Fortschritte in ihrer Genesung erkennen und einem ist klar vor Augen geführt worden, wie wichtig doch die Pflege zusammen mit der Physiotherapie ist. Ich durfte mich selbst davon überzeugen,  dass ein halbseitengelähmter Patient auf einmal wieder selbstständig an einem Gehstock laufen konnte, trotz anhaltender Lähmung.

Darum gefiel es mir auch umso besser, dass ich mein praktisches Vorexamen auf der Neurologie ablegen musste. Mündliche Prüfung gab es dann auch im Dezember 2009, ebenso einen schriftlichen Teil, dessen Note sich aus allen Klausuren innerhalb der Ausbildung ergaben. Mein Ergebnis sah wie folgt aus:

  • mündlich:      2
  • schriftlich:     1
  • praktisch:      2

Hier war schon eine deutliche Besserung und mein wachsendes Interesse zu erkennen. Ich hatte mich von einer der Schlechtesten zu der Besten hochgearbeitet.

Das letzte halbe Jahr verbrachte ich z.B. mit einem Einsatz in der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen. Wir hatten im März unser „Schüler-leiten-eine-Station-Projekt“ wo ich glücklicherweise auch wieder auf der Neurologie eingesetzt war. Und ehe man sich versehen hat war schon Juli und die ersten praktischen Prüfungen standen an. Leider musste ich meine komplette Pflegeplanung, die ich mir mühselig ausgearbeitet habe, während der Prüfung über den Haufen werfen, da eine meiner beiden Patienten aufeinmal operiert werden sollte und bei der anderen der Verdacht einer Thrombose im Raum stand. Da ich aber in den drei Jahren stetig dazugelernt habe, wusste ich wie ich handeln musste und handelte im Endeffekt richtig. In meinem Nachgespräch gab es nichts zu bemängeln, es gab nur Lob. Da ich mich aber nicht sehr gerne selbst einschätze, sagte ich, dass meine Prüfung bestimmt eine „3“ ist. Daraufhin schaute mich meine Prüferin verstutzt an und sagte nur: „RAUS!“ und „Also wenn ich mal kollabiere, darfst du sehr sehr gerne zu mir kommen und mich pflegen.“

Ich ging mit einem guten Gefühl aus dieser Prüfung. Ich wusste es ist mindestens eine 2. Zu dem Zeitpunkt der Prüfung wusste ich allerdings auch schon, dass ein zweites Herz in mir schlägt. Ich behielt es aber allerdings erstmal für mich, denn ich wollte auf gar keinen Fall irgendeinen Sonderstatus während der Prüfung  haben.

Dann war Mitte August. Die schriftliche Prüfung stand vor der Tür. Dieses Mal mussten wir an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu je 2 Stunden eine Klausur schreiben. Die Lernphase war von Übelkeit und Müdigkeit geprägt. Ich wusste, ich muss lernen, aber leider bin ich tagtäglich immer wieder eingeschlafen und hab ein Pseudolernen durchgeführt. Einfach mit der Decke aufs Sofa gelegt, Lernzettel in der Hand und die Augen geschlossen und letztendlich geschlafen. Während der schriftlichen Prüfung hatte ich auch mit meiner Übelkeit zu kämpfen. Aber auch aus dieser Prüfung ging ich mit einem guten Gefühl. Als mein Freund mich fragte, wies denn gelaufen sei sagte ich: „Also ich wäre schon enttäuscht, wenn das keine 1 wird.“

Und ehe man sich versah war auch schon der 17. September. Der letzte Teil der Prüfung stand an. Ich hoffte auf ein gynäkologisches Fallbeispiel. Ich zog eine Kugel, schaute drauf: 25! Juhu! Adnexitits! Perfekt! Die mündliche Prüfung verlief auch gut, ich hatte wirklich ein gutes Gefühl und war einfach nur noch erleichtert, dass alles vorbei war. Jetzt hieß es nur noch warten bis 14:30 Uhr. Dann sollten wir alle endlich unsere Ergebnisse erfahren.

Ich hab zu meiner Unterstützung meinen Freund mitgenommen und sagte noch auf der Hinfahrt zur Schule: „Wenn ich kein Schnitt von eins habe, dann weine ich.“ Mag für manche jetzt arrogant klingen oder so, aber das war einfach mein persönliches Ziel. Das Vorexamen nochmal zu toppen.

Es folgte die Zeugnisvergabe. Alphabetisch. Natürlich. Also musste ich erstmal für 21 Kollegen klatschen, bevor ich dann endlich mein Ergebnis erfuhr. Ok. Inga. Händeschütteln. Herzlichen Glückwunsch. Hier die Urkunde. Da das Zeugnis über die staatliche Prüfung für die Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege. Ich schaute drauf. Und konnte einfach nur noch Lächeln.


  • mündlich:    1
  • schriftlich:   1
  • praktisch:    1

🙂 Und hier nochmal die Anmerkung für die Person, die sich nach meiner Probezeitprüfung so gefreut hat: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten. Oder die Letzten werden die Ersten sein. Danke.

Ja, nun sind drei Jahre vorbei und ich habe mein Examen in der Tasche. Auch wenn einige „Freunde“ von früher anmerken mussten, dass einige aus meinem Jahrgang nun eine Bachelorarbeit schreiben und „Herzlichen Glückwunsch, du hast es zur Krankenschwester geschafft“, ja die Personen wissen dann leider überhaupt nicht, wie umfangreich Krankenpflege eigentlich ist. Dass die Ausbildung alles andere als einfach ist und man es schon mit einem kleinen Medizinstudium vergleichen kann. Dass man in den vergangenen drei Jahren körperlich gearbeitet hat und sein eigenes Geld verdient hat, während andere sich ihren Arsch in einem Hörsaal platt gesessen haben und dass man nach Abschluss der Ausbildung weiß, was man arbeitet und wo man arbeitet und nicht seinen Bachelor gemacht hat und dann nicht weiß ob man überhaupt Arbeit bekommt, geschweige denn was man mit dem Bachelor anfangen kann. Vielleicht bei RTL diversen Frauen Rosen andrehen und widerlich dabei grinsen. Und dass man erst die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin macht um anschließend ein Medizinstudium zu beginnen, ja davon haben die Langzeitstudenten anscheinend auch noch nichts gehört. Meiner Meinung nach sollte das sowieso Pflicht sein, dass man erst die Ausbildung abschließen muss, ehe man Medizin studieren darf, damit man auch die Arbeit einer Gesundheits- und Krankenpflegerin zu schätzen weiß und nicht Halbgott in Weiß spielt und auch die Bedürfnisse der Patienten besser erkennt.

Ab 1.10.2010 geh ich auf jeden Fall erstmal arbeiten. In der Ammerland-Klinik in Westerstede.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Schwester Inga.

h1

Abschied

Mai 1, 2010

Tschüss Nachtdienst. Es war ganz bezaubernd mit dir. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder. Aber jetzt werde ich erstmal wieder mit Frau Frühdienst und Herrn Spätdienst spielen.

Ich hoffe du wirst mich in guter Erinnerung behalten. Du wirst mit fehlen.

Deine Inga

h1

Es geht auch anders

April 28, 2010

Ach ja, da habe ich gerade noch rumposaunt wie schön der Nachtdienst ist. Von wegen man sitzt hauptsächlich rum und wartet bis es endlich mal wieder klingelt.

Da hat mich die Donnerstagnacht eines Besseren belehrt. Wir saßen nicht einmal und konnten keine kleine Mahlzeit, geschweige denn einen warmen Tee  zu uns nehmen. Ein Schluck Wasser hätte es auch getan – aber nein, nicht mal der war drin.

Zugänge wo man nur hinschaut. Ein gynäkologisches Konsil, das Assistenz erfordert hat, um 21 Uhr. Ein weiterer Zugang mit Monitorüberwachung der alle 30 Sekunden Alarm gegeben hat und dann auch noch leider ein Todesfall, den es zu versorgen galt. Und zwischendrin versucht man noch die Klingel abzuarbeiten, durchzugehen, Tabletten zu stellen, Kurven auszuarbeiten, Essenskarten zu schreiben uuuuund nichts zu vergessen!

Eines steht fest. Ich bin nicht sehr gerne nachts oder früh morgens, je nachdem wie man es nimmt, um 4 Uhr im „Ex-Keller“. Und keine Sorge, dort trifft man nicht irgendwelche Exfreunde oder Exfreundinnen. Nein. Dies ist die Kühlkammer des Hauses. Noch gruseliger finde ich es, wenn man diesen Raum betritt und einem als erstes eine blutverschmierte Wanne anspringt und zudem auch noch die Tür zum Sektionsraum aufsteht und der Boden noch nass ist.

Nein, das war keineswegs schön. Ich weiß nicht warum ich da innerlich so eine Blockade hatte, aber Sandra machte das Licht schon aus und ich hätte im Dunkeln in den Raum gehen müssen um die Tür zu schließen. Die blutverschmierte Wanne erhielt hier ihre besondere Aufmerksamkeit. Ich nahm den ersten Anlauf, setzte einen Schritt in den Raum, aber ich konnte nicht. Auch der zweite Anlauf war vergebens. Ich musste das Licht einfach wieder anmachen. Eigentlich quatsch, denn die Menschen die dort liegen, sind alle samt definitiv tot.

Wobei ich mir manchmal auch nicht so sicher bin. Das Bett der verstorbenen Person nahmen wir wieder mit auf Station, da dort eine Antidekubitusmatratze platziert war. Damit die ganze Luft aus den Kammern entweichen konnte, musste ich das Bettgestell ganz gerade stellen. Für die, die es sich nicht vorstellen können heißt das: Kopfteil runter! Einige Zeit später, als ich an diesem Bett vorbeigekommen bin, staunte ich nicht schlecht. Das Kopfteil war wieder oben. Fragezeichen lagen in der Luft. Ich stellte das Kopfteil erneut runter. Hätte ja sein können, dass Kathrin es wieder hochgestellt hat. Warum auch immer. Aber nein. Ich konnte dabei zusehen wie das Kopfteil peu à peu immer wieder nach oben gewandert ist. Gruselig!

Ich sags euch. Das war eine Nacht. Hatte zum Glück danach 4 tage frei zum erholen..aber die sind leider auch schon wieder vorbei 😦

h1

Wenn man nachts arbeiten geht

April 21, 2010

Nun ist es auch endlich bei mir so weit. Nachtdienst. Um ehrlich zu sein, hatte ich irgendwie eine komplett andere Vorstellung, was das Nachtwachen überhaupt bedeutet. Aber wahrscheinlich liegt es daran, weil der Tagdienst hauptsächlich aus Blutdruck- und Pulsmessen und ständige Temperaturkontrollen besteht. Nicht zu vergessen den Blutzucker!

Ich hatte schon irgendwie Bammel davor, weil ich es absolut nicht leiden kann, schlafende Menschen zu wecken! Lieber setz ich am späten Nachmittag nochmal Wasser oder Kaffee auf, als die Patienten für ihren „Nachmittagstee“ um 13:30 Uhr zu wecken, wenn sie doch so schön schlummern. Schließlich weiß ich von mir, wie durcheinander ich bin, wenn man mich mittags wecken würde und wie scheiße es einem dabei geht, gar nicht auszudenken!

Jedenfalls ist der Nachtdienst anders. Viel entspannter, ruhiger. Naja, ich muss ja schon dazu sagen, dass letzte Woche absolut nichts los war. So saßen wir von 24 Uhr bis 5 Uhr morgens auf unseren vier Buchstaben, bis wir endlich losziehen konnten um die Katheterbeutel zu leeren und die Ein- und Ausfuhrpläne auszuteilen. Ach ja und natürlich die 6:00 Antibiosen.

Was mich faziniert hat, ist, wie kurz die Zeit zwischen einem Spät- und Frühdienst eigentlich ist. Das merkt man irgendwie auch nur, wenn ein Kollege dir die Übergabe zur Nacht gibt und dann früh morgens wieder da sitzt und auf deine Übergabe an ihn wartet und du dich fragst: War der überhaupt weg? Verrückt, 10 Stunden sind nicht viel. Zumindest nicht auf Arbeit. Und wie müde die Frühdienstler alle aussehen 😀 Jetzt weiß ich auch, wie fertig ich morgens wohl immer aussehen mag, wenn ich zum Frühdienst erscheine 😉

Und ich liebe diese Ruhe. Die meisten Patienten schlafen und du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du dich dann doch ne Gute 3/4 Stunde mit einer Patientin verquatschst. Niedlich ist auch, wie sie alle nachts flüstern, obwohl die Zimmernachbarin auch schon wach ist und man eigentlich in normaler Lautstärke kommunizieren könnte…


So schön wie das alles klingen mag. Ein Nachteil hat der Nachtdienst allerdings auch: Ich kann mit meinem Liebsten nicht gemeinsam ins Bett gehen 😦 Uns bleiben morgens gerade mal 30 Minuten, die wir zusammen im Bett verbringen, ehe er aufstehen muss.

Naja 2 Nächte noch, dann ist langes Wochenende 🙂

h1

Quatsch!

März 10, 2010

Tag 10 -Von Jever nach Sande und das über die Autobahn

Ganz genau. Die Strecke habe ich heute morgen um 6 Uhr in der Früh auch mal ausprobiert. Seit Samstag ist nämlich die Abfahrt Ostiemerberg in Richtung Sande gesperrt, wegen irendwelchen Gleisarbeiten. Nachdem ich jetzt 4 verschiedene Fahrstrecken gefahren bin, bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass die über Autobahn völlig bekloppt ist. Mein Arbeitsplatz ist von meinem Zuhause gerade mal 9,3 km entfernt. Den Umweg, den ich jetzt jeden Tag fahren muss (außer ich habe natürlich frei, was auch manchmal vorkommt) ist mindestens genauso lang. Da kann ich mich jetzt eigentlich schon darauf freuen, dass ich am 5.4 meinen gewohnten Arbeitsweg fahren darf/kann.

Ich muss gestehen, dass ich gerade total geplättet auf dem Sofa (ja, ich besitze ein Laptop und ja, es ist rosa. Aber nein, es glitzert nicht) sitze. Was für ein Tag! Nach dem überaus bezaubernden und voller Spaß erfüllten Arbeitstag ging es ohne Pause weiter nach Oldenburg! Eines sollte man wissen: Fred ist seit ihrer letzten Fahrstunde vor 4 1/2 Jahren, viereinhalb Jahre, omG!!!!!! nie wieder Autobahn gefahren! Das ist in Aurich wohl so. Wenn man dort seine Wurzeln hat, muss man wohl nur nach Emden oder Leer fahren und da kommt man ohne Autobahn hin. Gibts da in Ostfriesland überhaupt eine Autobahn??? Jedenfalls hat sie es gut gemeistert. Wir drei sind heil in Oldenburg angekommen und gekonnt lotste ich sie zu jenem Parkplatz, auf dem mein Freund und ich schon vor über 2 Jahren parkten, als er mich zu seinem Vorstellungsgespräch in Oldenburg mitnahm. Es ist ein herrlicher Ort.

Mir qualmen die Füße! Wir drei sind verzaubert von Lush und hätten am liebsten den ganzen Laden aufgekauft. Eine gemeinsame Arbeitskollegin wird sich mit Sicherheit am Montag freuen. Ach ja. Emotionen. Wo wir gerade dabei sind. Die herzzereissendste Szene gab es heute auf der Damentoillette und ereignete sich wie folgt:

Tanja und Inga mussten mal nötig Pipi. Nach 7 Stunden ist dies allerdings auch völlig gerechtfertigt. Leider waren die beiden WCs gerade besetzt und wir warteten geduldig als eine Patientin, Frau K. die Tür öffnete und meinte: „Ach, ich weine schon wieder.“ Ich erkundigte mich nach dem Grund und musste ihr sagen, dass es mir schon aufgefallen sei, dass sie ein sehr emotionaler Mensch ist. Sie fügte hinzu: “ Ja, ich bin so traurig, dass meine Bettnachbarin heute noch entlassen wird.“ Just in dem Moment kam die besagte Bettnachbarin aus der anderen Tür hinaus und sagte zu Frau K: „Oh nein, bitte nicht weinen, immer wenn andere Menschen weinen muss ich auch….“ ja und da war es schon geschehen. Dann standen Frau K., Frau J., Schwester Tanja und Schwester Inga vor dem Waschbecken und weinten. Krankenschwester zu sein ist schon nicht leicht 😉

Das Wort des Tages ist übrigens: QUATSCH! Egal was ich heute sagte (was zu 98% scherzig gemeint war), aber Regina wendete es gleich mit einem „QUATSCH“ ab.

Ich liebe meinen Beruf!

h1

Spaß²

März 9, 2010

Tag 9 – Irgendwie ist alles voller Harmonie

Schade, dass das nur ein Projekt ist und nicht ewig so weitergehen kann. Dass ein Oberarzt anordnet, dass ab morgen alle Schülerinnen, die sich zu dem Zeitpunkt im Dienstzimmer befanden (ja, mich inbegriffen) mit Kopftuch zur Arbeit kommen sollen, ist mir neu. Aber genauso war es! Der Satz des Tages war „T2 shines through“. Und allgemein war alles voller Witz heute, nachdem die ersten Aggressivitäten beiseite gelegt wurden. Dass wir alle Prinzessinnen sind, wusst ich zwar schon lange, aber dass die stellvertretende Stationsleitung der Station (und damit mein ich den Echten und nicht Sascha oder Maik) eigentlich ein Kapitän ist – ja da haben wir alle nicht schlecht gestaunt.

Außerdem kamen wir heute zur Erkenntnis, dass einen Sascha im Kurs zu haben immer Ärger mit sich bringt. Tanja hat ihn aber mal wieder aus dem Dreck gezogen, indem sie seine Quarkspeise lauthals lobte. Und was geschah sonst noch?

Ja, sonst, hm. Sonst konnte ich einem Patienten ein Lächeln auf die Lippen zaubern als ich ihm beichtete, dass wir beide am selben Tag Geburtstag haben und das ist bei 17 Patienten bei 365 Tagen im Jahr nicht leicht, will ich meinen.Wieder einmal zeigte sich, dass es irgendwie blöd ist, wenn der Vor- und Nachname auf unseren Namensschildern steht, wenn man nicht gerade darauf steht immer und immer wieder in den Bekanntenkreisen rumzukramen und alles zu grüßen was nicht bei drei auf den Bäumen ist. „Teiwes? Teiwes. Wo ich das grad lese – heißt ihre Mutter…?“ Ja Gillian. „Oh, die Welt ist so klein. Ist ja witzig.“ Liebe Grüße usw. Jaja, wer kennt das nicht? Die Welt ist ein Dorf! So! Jetzt hab ichs halt mal gesagt.

Und zum Schluss: „Wo ist eigentlich Regina? – Aufm Klo. Kacken.“ 😛